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Die Tiefsee, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2021, und dies ist die Geschichte unserer ersten Arbeit für eine Umweltschutzorganisation.

Montag, 30. November 2020, kurz vor 22:30 Uhr: Die WhatsApp-Nachricht einer Freundin bei den UN poppt auf:

„Bei Social Media musste ich an Dich denken. Nach einem wirklichen Job sieht das nicht aus, aber vielleicht ein interessantes kleines Nebenprojekt?“

Dazu der Screenshot eines internen schwarzen Bretts:

„Ich suche eine/n Social Media Expert, die/der mir bei einer Kampagne gegen Tiefseebergbau helfen kann (…). Spezifisch geht es darum, im deutschsprachigen Raum die #defendthedeep Kampagne der Sustainable Ocean Alliance zu unterstützen (…). Falls es Kampagnen/Social Media ExpertInnen unter euch gibt, gerne melden.“

UN? Tiefsee? Social Media? Passt.

Einen Tag später spreche ich mit einer Mitarbeiterin der UN-Wirtschaftskommission für Europa in Genf. „Nebenbei“ engagiert sie sich seit 2017 für die Sustainable Ocean Alliance (SOA) und ist dort im Youth Policy Advisory Council die Repräsentantin für Deutschland.

Sie erzählt mir, dass die SOA aus fast 5.300 Mitgliedern in 64 Hubs in 43 Ländern mit 93 Projekten besteht und zu den „Friends of the United Nations World Oceans Day“ gehört, einer informellen Gemeinschaft von Einzelpersonen und Organisationen, die im Bereich der Ozeane aktiv sind.

Bei dem von ihr begleiteten Projekt geht es also um Tiefseebergbau, genauer: eine Petition für ein mindestens 10jähriges Moratorium. Social-Media-Begleitung einer Petition? Da habe ich im lokalen Bereich schon so meine Erfahrungen gemacht und es hat bislang super funktioniert.

Wir sprechen über das Mediabudget (gut), vorhandene Social-Media-Kanäle (keine deutschsprachigen (nicht so gut, da keine Follower und wenig Bekanntheit in Deutschland)), KPIs und Zielvorgaben. Wir sind uns darin einig, dass Facebook und Instagram unsere Medien der Wahl sind, und noch am gleichen Abend erstelle ich eine erste potenzielle Zielgruppe für eine Ad-Kampagne.

Es kommen Weihnachten, Neujahr, ein Geburtstag, und die Zeit verfliegt etwas. Interne Absprachen bei SOA und die Freigabe von Facebook für „Wahlwerbung bzw. Werbung zu politisch relevanten Themen“ fordern ihren zeitlichen Tribut (Danke, Trump!). Zwischendurch finde ich mich in einem Call mit SOA-Mitstreiterinnen aus New York, Frankreich, Portugal und der Schweiz wieder und fühle mich mit meiner kleinen Firma very international.

Am 9. Februar geht endlich die neue Facebook-Seite an den Start, und ihr folgt am 25. März der Instagram-Account . Endlich alles freigegeben, endlich alles eingerichtet, endlich der Launch der Kampagne mit vier starken Motiven und diversen Textversionen, die bundesweit in rund 100 Städten unserer definierten Zielgruppe in ihre Facebook- und Instagram-Feeds ausgespielt wird.

Das erste Zwischenergebnis wird am 31. März ausgewertet, und bis dahin schielen wir immer wieder mit einem Auge auf den Facebook Ads-Manager.